
Futurance: Zukunft & Versicherung
Bereite dich auf die Zukunft vor, indem du dich mit uns auf eine Reise durch den Futurance Podcast begibst!
Hier nehmen wir die großen Herausforderungen, die vor uns liegen, mit voller Leidenschaft und Begeisterung unter die Lupe. Denn durch frische Perspektiven, neue Ideen und das Durchbrechen alter Denkmuster können wir gemeinsam eine bessere Zukunft gestalten.
Lass dich von jungen Visionären aus der Branche inspirieren und erfahre, was sie antreibt, in der Branche zu arbeiten oder auch zu verlassen. Hier lernst du, wie junge Menschen die Zukunft sehen und welche Visionen sie für unsere Gesellschaft und Wirtschaft haben.
Gemeinsam mit uns und den anderen Pionieren, die den Vertrieb und die Assekuranz der Zukunft mitgestalten wollen, wirst du Teil einer Bewegung, die die Versicherungswirtschaft zum Treiber der Transformation macht.
Erlebe die Begeisterung, die Leidenschaft und die Vision, die uns antreibt, und werde Teil von Futurance: Gemeinsam. Für eine sichere Zukunft!
Futurance: Zukunft & Versicherung
Wie fair ist die Berichterstattung über Versicherungen und Finanzen?
In dieser spannenden Folge taucht unser Host Maximilian Schroll in die gegenwärtigen Herausforderungen und die öffentliche Wahrnehmung der Versicherungs- und Finanzwelt ein. Angesichts einer oft skandalorientierten Medienberichterstattung stellt Maximilian die Frage, ob diese Darstellungen übertrieben oder gar verzerrt sind und beleuchtet die bestehende Herausforderung von Kommunikationsproblemen innerhalb der Branche selbst. Er diskutiert auch den Einfluss der Finanzkrise 2008 und den damit verbundenen Verlust des Vertrauens der Öffentlichkeit.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Rolle, die Social Media bei dem Versuch spielt, das lädierte Image der Branche zu verbessern. Maximilian nimmt zudem die Wichtigkeit von Finanzbildung ins Visier und betont, dass diese transparent und nicht nur verkaufsorientiert sein sollte. Des Weiteren beschäftigt er sich mit der Frage, wie die Finanzbranche ihr Image verbessern kann und ob es genug Anstrengungen gibt, positive Entwicklungen zu kommunizieren.
Freut euch auf eine facettenreiche Diskussion, die darauf abzielt, Klarheit darüber zu schaffen, wie die Zukunft der Versicherungs- und Finanzwirtschaft aussehen könnte. Schaltet ein und lasst uns gemeinsam die bestehenden Probleme angehen und die Zukunft mitgestalten!
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Maximilian Schroll [00:00:00]:
Herzlich willkommen zum Futurants Podcast. Wir sprechen über die Zukunft einer sehr traditionsreichen Branche. Wir sind nämlich der Überzeugung, dass es an der Zeit ist für echte Veränderungen in der Versicherungs- und Finanzwirtschaft. Und wer die Zukunft mitgestalten will, der muss hier zuhören.
Maximilian Schroll [00:00:20]:
Hallo und herzlich willkommen zum FUTURANCE Podcast. Mein Name ist Maximilian Schroll und ich freue mich sehr, dass ihr heute wieder eingeschaltet habt. Und für diese zweite Folge von FUTURANCE Unplugged habe ich ein Thema mitgebracht, das mich seit einigen Jahren begleitet und bei dem ich immer noch keine abschließende Meinung und Antworten gefunden habe. Aber ich habe mir schon sehr viele Gedanken gemacht, die möchte ich heute mit euch teilen und es geht auch ein Thema, das einen aktuellen Anlass hat. Der ARD-Marktcheck. Einige von euch haben die Reportage mit Sicherheit gesehen, wenn dein Freund dir Versicherungen verkaufen will. Da wird gezeigt, wie einige Finanzvertriebe arbeiten, warum das so problematisch ist für Kunden, aber auch Vertriebspartner und die Branche. Und genau deshalb stelle ich mir heute die Frage, wie sieht eigentlich die Berichterstattung von klassischen Medien über die Finanz- und Versicherungswirtschaft aus und ist es fair, ist es besonders kritisch oder ist die vielleicht sogar verzerrt.
Maximilian Schroll [00:01:11]:
In der Folge heute werden 13 Fragen beantwortet, nämlich werden die Probleme in der Branche übertrieben dargestellt, Gibt es blinde Flecken in der Berichterstattung? Und haben wir als Branche, haben die Unternehmen in der Branche vielleicht selber ein Kommunikationsproblem? Zuerst muss man einfach festhalten, Medien sind die Hauptquelle für Finanzinformationen. Die meisten Menschen beschäftigen sich jetzt nicht besonders aktiv mit Versicherungen oder Finanzprodukten. Na klar, man spricht da im Familienfreundeskreis, Bekanntenkreis mal dazu, hat vielleicht auch einen Bankberater, vielleicht noch einen Versicherungsmenschen, aber ist jetzt kein alltägliches Thema, sondern ja macht man, damit man sich sicher fühlt, aber Spaß macht's keinen. Kostet halt Geld. Und dafür sind Medien ganz häufig auch die erste Anlaufstelle, wenn man sagt, man möchte sich zu einem Thema informieren. Und vor allem auch klassische Medien, diejenigen von euch, die ab und zu vielleicht mal eine Tageszeitung in der Hand haben, die kennen den Wirtschaftsteil und da steht natürlich auch zu Finanzen immer ganz, ganz viel drin von Aktienkursen über Indizes, Rohstoffe, Immobilienversicherungen und und und Berichte, Vergleiche und so weiter und so fort. Da kann man wirklich viel lesen und natürlich auch im Fernsehen finden Versicherungen, finden Finanzen statt, in Dokumentationen, in Reportagen, teilweise in Talkshows, teilweise auch in Nachrichten natürlich und und und. Und was man da auch sagen muss, die Berichterstattung, die ist echt oft skandalorientiert.
Maximilian Schroll [00:02:45]:
So typische Themen, die kennt ihr auch, sind zum Beispiel dann Beitragserhöhungen bei Krankenversicherungen, strukturvertriebene mit fragwürdigen Methoden. So typische Themen, wenn es Versicherungen oder Finanzen in den Medien geht, sind dann zum Beispiel Beitragserhöhungen, ob es jetzt bei Kfz oder bei Krankenversicherungen oder Wohngebäudeversicherern ist, oder Rücktritte von Versicherungsvorständen. Oder Riesenskandale wie Wirecard, die dann ganz viel in der Wahrnehmung dominieren. Oder eben, wie jetzt im ARD-Marktcheck, Strukturvertriebe, die mit sehr, sehr problematischen Methoden arbeiten. Auf der anderen Seite schaffen es positive Entwicklungen, ja eher selten in die Schlagzeilen. Da muss man auch dazu sagen, da haben wir als Branche vielleicht auch noch ein bisschen Innovationsbedarf und müssen uns auf alle Fälle überlegen, wie wir das besser kommuniziert bekommen. Ganz häufig wird in der Branche vorgeschlagen, hey, wir sollten einfach viel mehr zeigen, wie viel wir leisten im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist grundsätzlich eine gute Idee und sollte man auf alle Fälle machen.
Maximilian Schroll [00:03:50]:
Man wird auf alle Fälle auch auf die Reaktion stoßen, dass Menschen dann sagen, hey, Versicherer, ja, ihr schüttet Geld aus für versicherte Schäden, das ist auch euer Geschäftszweck, Gut, dass ihr das tut, aber das wäre wahrscheinlich für viele nicht genug, sie von diesem Image, das man eben hat, vom Gegenteil zu überzeugen. Und dieses Image, das kommt ja auch nicht von irgendwo. Vor allem auch in der Beziehung zwischen Medien und Finanzen. Also Finanzkrise 2008 war ein extremer Vertrauensverlust in Banken, in Versicherungen und die haben bis heute mit diesen Image-Problemen zu kämpfen. Das war vorher mit Sicherheit auch nicht alles super gut, aber wenn man jetzt mal mit den älteren Menschen in der Branche zum Beispiel spricht, wie das wirklich früher war, da waren das noch ganz, ganz, ganz andere Reputationen, die man da irgendwo hatte. Und ja, leider hat sich das Bild stark verschlechtert, weil natürlich in der Branche auch viele Sachen nicht gut gemacht wurden, viele Fehler begangen wurden. Ich erinnere mich zum Beispiel auch an Wettbewerbsreisen, die sehr, sehr lange in die Köpfe geschafft haben, nachdem sie sehr dominierend in den Schlagzeilen waren. Ja, das sind natürlich Themen, die brennen sich bei den Leuten auch ein.
Maximilian Schroll [00:05:13]:
Also, ich weiß noch, ich kenne den Versicherer ja ganz gut, bei der er damals so in den Schlagzeilen war. Und wie häufig ich da einfach darauf angesprochen wurde, wirklich, das wussten die Menschen einfach. Das ist schon absurd, wie stark sich sowas dann da verankert. Und ja, die Frage, die sich halt stellt, kann sich dann eigentlich so ein Bild der Branche wirklich verbessern? Hat sich es seit der Finanzkrise eigentlich verbessert? Was ist denn eigentlich so genau passiert und was tut auch die Branche dafür? Und was man sagen kann, sie investiert sehr viel Geld in Werbung. Sie hat im Jahr 2023, das ist leider die aktuellste Zahl gewesen, die ich gefunden habe. Ganze 657 Millionen Euro in die Medienkommunikation investiert. Jetzt halt ich euch fest, und ich als Podcaster, ich kipp gleich aus den Latschen, aber 68 Prozent davon gingen straight ins Fernsehen. Warum? Ja, fairerweise ist immer noch eine sehr hohe Reichweite da.
Maximilian Schroll [00:06:07]:
Es ist auch für viele immer noch vertrauenswürdiger als Social Media, vor allem für diejenigen, die erreicht werden sollen. Das sind nämlich oft die Älteren, weil die haben natürlich ordentlich was an Kohle und die sind vielleicht im Scheife auch nicht so ganz gut informiert, wie jüngere Menschen, so wie wir es letztens in der ersten Folge von Featured Unplugged mit der Beobachtung auf Reddit gezeigt haben und deswegen Im Verhältnis fließen leider nur 19 Prozent der Ausgaben oder Investitionen in die Medienkommunikation in Online-Werbung. Thematisch muss man sagen, wird diese Medienagenda natürlich stark durch die gegenwärtigen politischen Diskussionen beeinflusst und auch durch gesellschaftliche Trends. Das sehen wir zum Beispiel am Thema der Krankenversicherung sehr gut. Da haben wir mit der Bürgerversicherung oder der dauerhaften Diskussion über das duale Versicherungssystem immer wieder dieses Thema in Talkshows, in Medienberichterstattung, also in Nachrichten, in Dokumentationen, in Reportagen und, und, und. Und die Krankenversicherer antworten darauf mit einem Anteil von 32 Prozent an den Werbeausgaben. Also man sieht hier schon, okay, da wird Geld investiert, eben ein Gegenangebot zu machen, andere Gefühle, andere Assoziationen mit Krankenversicherungen, privaten Krankenversicherern zu erzeugen. Andere Themen, so vor allem im medialen Diskurs, wie Altersvorsorge oder Berufsunfähigkeit, die tauchen zwar auf, vor allem dann, wenn es negativ wird, vor allem dann, wenn es Rentenversicherungen geht, aber das Thema Rente an sich wird im Vergleich.
Maximilian Schroll [00:07:46]:
Andere Themen schaffen es nicht in die Medienpräsenz und wenn dann nur, wenn etwas nicht gut läuft. Wir erinnern uns zum Beispiel an die Betriebsunterbrechungsversicherungen während Corona. Wir erinnern uns auch an vielleicht die ein oder andere Reportage zum Thema Berufsunfähigkeit oder eben zurück auch an den ARD-Marktcheck zum Thema Altersvorsorge. Und das ist dann natürlich das, was bei den Menschen auch hängen bleibt. Jetzt ist es so, die mediale Tonalität der Branche gegenüber, die ist nicht positiv. Das müssen wir einfach so festhalten. Und die ist auch nicht besonders differenziert. Skandale dominieren, Negativschlagzeilen dominieren und es wird ein Bild gezeichnet von Alternativen wie Vergleichsportale, die dann da als Meinungsbildner dienen.
Maximilian Schroll [00:08:35]:
Also auch Verbraucherschützer nutzen dann zum Beispiel irgendwelche Vergleichsportale, Check24 und so weiter, und tun so, als wären das neutrale Plattformen. Also genauso wie die verschiedenen Vertriebswege in den Vermittlertypen nicht sauber auseinanderdifferenziert werden. Kein Unterschied zwischen einem Ausschließlichkeitsvertreter, einem Mehrfachagenten und einem Makler. Sondern alle in einen Topf geschmissen werden. So getan wird, als wäre alles dasselbe. Auf der anderen Seite werden Vergleichsportale dargestellt, als wären sie neutral. Wir wissen alle, da landet man nicht ganz oben, wenn man den allergeilsten Tarif hat. Also so funktioniert das Spiel einfach nicht.
Maximilian Schroll [00:09:12]:
Sondern ja, auch diese Vergleichsportale werden dafür bezahlt. Und ich kenne ein paar Zahlen, wie die Provisionstätze da auch sind und ich muss sagen, jo, krasse Scheiße. Ist schon wirklich crazy. Und das ist was, was in dem medialen Diskurs nie, nie, nie, nie thematisiert wird. Also es ist einfach total unterkomplex und undifferenziert und damit auch ehrlicherweise journalistisch nicht besonders gut und zum Teil auch irreführend, weil Menschen eben denken, ja, cool, mach ich einfach alles selber. Ähm, DIY, das kann ich. Und beschäftigen sich aber mit zum Beispiel Haftungsthemen dabei überhaupt nicht. Also sehen nicht den Vorteil, den sie haben, wenn sie Haftung an einen Makler zum Beispiel auslagern.
Maximilian Schroll [00:09:58]:
Ja, schwieriges Thema, wie ihr merkt. Deswegen schauen wir uns nochmal an, wie sich denn überhaupt dieses Misstrauen nach der Finanzkrise entwickelt hat. Man kann sagen, Banken und Versicherungen sind medial dauerhaft unter Beobachtung in den Wirtschaftsressorts. Die Leute, die schauen schon, was passiert da. Man interessiert sich schon für die Branche und Berichte über zum Beispiel hohe Bonuszahlungen verstärken natürlich dann die Kritik und das Vertrauensproblem in die Branche und das ist ziemlich ausgeprägt, denn nur 40 Prozent der Menschen vertrauen Finanzdienstleistern. Ärzte, Handwerker und so weiter haben ein deutlich höheres Vertrauen. Wir sind da leider, und das obwohl wir den Menschen ja schon einen sehr wichtigen Dienst erweisen. Wir wissen super viel über die Vermögenssituation, über die Gesundheitssituation, über die Lebenssituation und trotzdem sind solche pauschalen Aussagen oder was heißt pauschalen Aussagen und trotzdem vertrauen dieser Studie zufolge nur 40 Prozent der Menschen den Finanzdienst leisten.
Maximilian Schroll [00:11:02]:
Und dann sehen wir jetzt die neuen Medienformate, neu in Anführungszeichen, Social Media, das genutzt wird, andere Beziehungen aufzubauen, zu verbrauchern, zu zeigen, dass man cool ist, jugendlich, modern, eben nicht so verstaubt, dass man schnell ist und so weiter und so fort. Nahbar, authentisch, bla bla bla. Schlagwort Schlagwort. Ja, man versucht viel und die Investitionen steigen, aber 22 Prozent der Verbraucher finden Versicherungscontent auf Social Media nützlich. Liegt ehrlicherweise wahrscheinlich auch einfach an dem Social Media Content, der ziemlich Baukastenmäßig, ziemlich 0815 einfach Produkte bewirbt, ohne dass es irgendeinen Bezug hat zu der Realität von den Menschen. Völlig irrelevant. Das sehen die Verbraucher genauso und das sollte man sich auf alle Fälle schon fragen. Diese 19 Prozent von den 657 Millionen, also ungefähr 125 Millionen, die ins Internet und in Online-Werbung investiert werden, Die sorgen dafür, dass nur 22 Prozent der Verbraucher den Content, der auf Social Media zur Verfügung gestellt wird, nützlich finden.
Maximilian Schroll [00:12:09]:
Ist wahrscheinlich nicht besonders zielführende Investition. Da müssen wir uns als Branche natürlich die Frage stellen, wie schaffen wir es, Geschichten zu erzählen, die wirkliche Betroffenheit auslösen, die ein emotionales Engagement auslösen bei den Menschen, die dafür sorgen, dass die Menschen die Wichtigkeit dieser Branche erkennen und nicht nur der Produkte bezogen auf sich selber, weil nur dann ändert sich ein Image, wenn die Leute die Gesamtheit sehen. Ja, man muss sagen, Versicherungs- und Finanzthemen, die sind komplex. Haben wir als Branche bestimmt auch unseren Teil dazu beigetragen, dass das so komplex ist. Und Ja, Social Media lebt von kurzen und schnellen Formaten. Und ja, wir haben auch Leute in der Branche, die kriegen das ganz gut hin. Und ja, wir haben viel, viel, viel mehr Leute in der Branche, die machen das peinlich, das Grauen. Und es ist wirklich, es rollt einem die Zehennägel auf, wenn man es nur sieht.
Maximilian Schroll [00:13:00]:
Boah, schlimm. Ja, auf der anderen Seite kritische Themen, die verbreiten sich nun mal auch rasant. Also jeder hat Bock, diese News voranzutreiben. Shitstorms, die machen den Menschen auch einfach Spaß. So gemeinsam auf jemanden draufzuhauen, vor allem, wenn es dann noch ein böses Unternehmen ist, mit dem man sowieso oder eine Branche ist, mit der man sowieso ein Problem hat, ja dann drauf da. Und die Vertrauensverluste der Vergangenheit, die spüren wir noch heute. Ich habe 2023 auf der DKM vom kollektiven Gedächtnis gesprochen in der Präsentation und im Vortrag, den ich da halten durfte. Und dieses kollektive Gedächtnis bezogen auf Versicherung, das ist nun mal extrem stark dominiert von Negativbildern, von Negativerfahrungen.
Maximilian Schroll [00:13:47]:
Jeder hat irgendwelche Geschichten, selbst wenn die nie so passiert sind, aber es sind quasi urbane oder ländliche Mythen. Jeder kennt da irgendwas. Und ja, da müssen wir leider sagen, Das ist ein echtes Problem und das werden wir nicht lösen, wenn wir so weitermachen, wie wir es schon immer getan haben. Selbst wenn wir denken, wir wären damit auf dem richtigen Kurs. Vielleicht sollten wir uns da wirklich mehr mit der Kritik auseinandersetzen, was daraus zu lernen. Mit der Kritik auseinanderzusetzen, bedeutet aber auch, kritisch zu hinterfragen, wie neutral die Informationen, die wir da in dieser Berichterstattung sind, eigentlich bekommen. Und ja, Finanzbildung wird bei dem Ganzen und wird in unserer Gesellschaft massiv vernachlässigt. Die staatlichen Bildungsangebote, die sind quasi nicht existent.
Maximilian Schroll [00:14:39]:
Vor allem sowohl in der Schule als auch abseits der Schule sind die wirklich massiv begrenzt. Private Bildungsangebote, die haben halt häufig eine vertriebliche Absicht auch dahinter. Das ist nun mal so. Privatunternehmen werden nur in solche Angebote investieren, wenn sie sich auch einen Return davon erhoffen. Die haben ja kein gemeinnütziges Interesse daran. Also das ist ja klar, dass das dann die Konsequenz daraus ist. Und Vergleichsportale werden aber dann als unabhängige, alternative Informationsquelle gesehen, quasi wie ein Bildungsangebot. Und das ist ein komplett falsches Framing.
Maximilian Schroll [00:15:15]:
Und ihr merkt schon, ich komme hier in Wallung, mich regt das richtig auf. Also mich regt das richtig auf. Ich habe dieses Gespräch nämlich schon mit Sicherheit hunderte Male geführt mit Menschen, die dann darauf verweisen und die so hochgejazzed sind, gegen diese Branche sind, gegen alle Menschen in dieser Branche sind, aber ehrlicherweise maximal gefährliches Halbwissen mit sich rumtragen und nicht mal wissen, wie diese Plattformen Geld verdienen oder auch wie Neobroker Geld verdienen. Und diese fehlende Aufklärung, die sorgt dann auch für Fehlentscheidungen bei den Verbrauchern. Und jetzt komme ich jetzt am Ende des Monologs hier und ich möchte nochmal eine Frage stellen. Ich war nämlich letztens bei einer Kundenveranstaltung und wir haben uns gesagt, hey, Finanzbildung, also wirklich mal zu erklären, wie macht man Budgetplanung? Wie macht man eine Haushaltsführung? Was gibt es für Versicherungen? Was ist der Unterschied zwischen Sparen und Investieren, wie gehe ich mit meinem Geld als junger Mensch. Das haben wir als Veranstaltung gemacht, war richtig gut, war richtig cool zu sehen, wie die jungen Menschen da positiv darauf reagieren und was mitnehmen können. Und ja, die kommen aus der Schule, gehen durch die Berufsschule, durch die Uni und haben nie irgendwas gehört von Steuern, Versicherungen oder von Geldanlage.
Maximilian Schroll [00:16:28]:
Und wir erwarten dann aber, dass sie es irgendwann emanzipiert und selbstständig in die Hand nehmen können und weitreichende Entscheidungen für ihr Leben treffen. Also ich finde, so wie wir mit Finanzbildung und mit finanziellen Entscheidungen umgehen, ich glaube, das ist jetzt hier eine starke Meinung, Ich glaube, der Weg, auf dem wir gerade sind, das ist für die Zukunft ein Holzweg. Wir kommen da nicht mehr weiter. Wir haben schon das Wasser an den Füßen und wir merken, oh, dieser Weg, auf dem wir da unterwegs sind, das ist kein Zukunftsweg, sondern das ist ein Holzweg. Und dieser Holzweg führt ins Wasser und wir spüren das Wasser schon an den Füßen und mit jedem Schritt, den wir machen, steigt es. Und wir sind jetzt schon an den Knien, mindestens, und müssen gucken, dass wir umkehren, nicht zu tief ins Wasser zu kommen, dann vielleicht gar nicht mehr zurückzukommen oder richtig nass zu werden. Deshalb habe ich euch ja versprochen, wir werden diese drei Fragen vom Anfang auch beantworten. Werden die Probleme der Branche medial übertrieben dargestellt.
Maximilian Schroll [00:17:37]:
Ja, das werden sie. Medien müssen breiter und fairer berichten. Medien müssen journalistisch besser arbeiten und klarer aufzeigen, was für Unterschiede in dieser Branche existieren. Da muss man auch dazu sagen, muss man vielleicht den Scope auch noch an andere Stellen Und Medien müssen vielleicht noch mal an andere Stellen schauen, die tatsächlichen systemischen Verankerungen dieser Probleme zu verstehen. Und da liegt ja die eigentliche Aufgabe. Denn warum passiert nichts? Also warum erzählen wir uns seit Jahren dieses Märchen von den schwarzen Schafen und ein paar böse bla bla bla Und warum machen Medien seit Jahren immer wieder dieselbe Reportage und trotzdem passiert nichts? Ja, ich glaube, das liegt daran, dass wir das falsche Problem im Blick haben. Und das ist die Aufgabe vom Journalismus, das richtige Problem in den Blick zu nehmen und verständlich aufzuarbeiten und zu zeigen, was das Problem ist. Auf der anderen Seite haben natürlich die Versicherer und die müssen viel transparenter kommunizieren.
Maximilian Schroll [00:18:45]:
Das ist einfach so. Kosten sind nach wie vor in der Branche ein unfassbares Thema. Und ja, ich weiß, jeder hat Kostendruck und ja, so ein Thema sollte man doch eigentlich gar nicht ansprechen. Aber doch, es ist einfach ein verdammt wichtiges Thema und wir sind angewiesen auf unsere Kunden. Und wir müssen uns ehrlich die Frage stellen, sind die Produkte, die wir anbieten, zum Wohle unserer Kunden oder wem nützen die eigentlich? Und auch da, wenn wir erkennen, dass es vielleicht für manche Spaten oder Produkte keine Zukunft gibt. Da müssen wir anfangen, darüber zu sprechen. Nicht nur in Hinterzimmern, sondern dann ist es ein Diskurs, der in die Öffentlichkeit gehört. Damit man auch öffentlich darüber sprechen kann, wie so was gelöst werden sollte.
Maximilian Schroll [00:19:32]:
Das müssen nicht ein paar einzelne starke Leistungsträger auf ihre breiten Schultern nehmen, sondern das ist ein Thema, das sollte demokratisch behandelt werden, weil es uns alle was angeht. Deswegen mehr Transparenz Und das Thema Finanzbildung müssen wir noch stärker in den Fokus rücken. Aber, und auch ganz wichtig, nicht als Vertriebsshow. Das soll nicht dazu dienen, einfach nur die eigenen Produkte zu promoten, sondern Menschen sollen Informationen bekommen, bessere Entscheidungen treffen zu können und das von möglichst neutraler Stelle mit einem möglichst neutralen Informationsangebot. Wir als Branche, wir können uns dafür stark machen und wir können das auch fördern, aber wir sollten nicht der Meinung sein, wir sind diejenigen, die dann erklären, wie Finanzbildung funktioniert, weil wir uns auch klar sein sollten, wir haben hier ein ökonomisches Interesse, diese Produkte zu verkaufen. Deswegen sind wir nicht die Richtigen, wenn es darum geht, neutrale Bildungsinhalte zu vermitteln. So, und jetzt sind wir am Ende der Episode angekommen und ich möchte von euch noch wissen, wie nehmt ihr denn die Berichterstattung über Finanzthemen wahr? Ich habe jetzt ganz viel von mir erzählt und von meiner Wahrnehmung, aber mich interessiert, wie ihr das Ganze seht und was meint ihr? Sind Medien objektiv oder verfolgen sie eigene Interessen? Wenn ja, was sind eurer Meinung nach diese Interessen? Da hätte ich mega Bock drauf, mit euch darüber zu diskutieren. Schreibt mir sehr, sehr gerne auf LinkedIn, schreibt mir gerne paar Mail, ist beides unten in den Shownotes verlinkt.
Maximilian Schroll [00:20:57]:
Und ich hätte noch eine Bitte an euch. Wenn euch der Podcast gefällt, hinterlasst sehr, sehr gerne eine 5-Sterne-Bewertung auf der Streaming-Plattform Eure Wahl. Das hilft uns immens und vielen, vielen, vielen Dank, dass ihr da so fleißig dabei seid. Das ist echt super. Deswegen ganz großes Dankeschön auch fürs Zuhören. Ich wünsche euch was. Bis bald.
Maximilian Schroll [00:21:15]:
Was für eine spannende Folge. Vielen Dank euch fürs Zuhören. Schaltet auch nächsten Donnerstag wieder ein. Ladet euch den Podcast in euren Podcatcher runter. Hört ihn auf dem Weg zur Arbeit. Und schaut bitte auch noch in den Show Notes vorbei. Da sind nämlich alle Infos zu unserem Gast, alle Verlinkungen. Vernetzt euch, tretet in Kontakt und lasst uns gemeinsam die Zukunft der Versicherungs- und Finanzwirtschaft gestalten.